10.11.2010
Appell Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz an Bund, Länder und Gemeinden: Demografischen Wandel als Chance für das Historische Erbe nutzen
Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat auf seiner Jahrestagung am 8. November 2010 in Kiel einen Appell verabschiedet, der alle Akteure in Bund, Ländern und Kommunen auffordert, den demografischen Wandel als Chance für das Historische Erbe aktiv zu nutzen.
Kiel, 8. November 2010
Der demographische Wandel ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der auch Auswirkungen auf unser historisches bauliches Erbe hat. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz stellt fest, dass die Denkmalpflege im Prozess des Schrumpfens unsere Städte und Dörfer als integrierender Faktor wirken kann. Es appelliert daher an alle Akteure in Bund, Ländern und Gemeinden, nachhaltige Lösungen zur Erhaltung und Weiterentwicklung des historischen Baubestandes zu entwickeln und sich aktiv in deren Umsetzung einzubringen.
Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz
• setzt sich dafür ein, den Umfang der Städtebauförderungsmittel uneingeschränkt zu erhalten. Es gilt, den konstruktiven, integrierten Ansatz der Städtebauförderung einschließlich des elementaren Standortfaktors Denkmalpflege zu verstärken.
• regt an, sämtliche Förderinstrumentarien flexibler auszugestalten, um damit den Folgen des demographischen Wandels für den historischen Baubestand kreativer begegnen zu können.
• ruft dazu auf, vor dem Hintergrund des demographischen Wandels integrierte Stadtentwicklungskonzepte und Instrumente zu erarbeiten, die insbesondere wirtschaftliche und soziale Strukturen erhalten und stärken.
• fordert ein konsequentes Ausrichten auf die Innenentwicklung der Städte und Gemeinden, um deren Denkmalbestand zu bewahren.
• fordert, Denkmaleigentümer und -nutzer durch individuell zugeschnittene Konzepte und Förderungen zu unterstützen.
• regt an, die kommunalen Akteure stärker mit einzubeziehen, wenn es um den künftigen Umgang mit den ermittelten Denkmalwerten geht.
