2008 Silberne Halbkugel

Wilderich Graf von und zu Bodman

Bodman-Ludwigshafen

 

Die Erhaltung ihres baulichen Erbes ist für die Familie der Grafen von und zu Bodman seit vielen Generationen eine hohe Verpflichtung. Wilderich Graf von und zu Bodman sieht sich seit Jahrzehnten in dieser Tradition. Die Rettung und Sanierung seiner zahlreichern Besitzungen ist zu einer Lebensaufgabe geworden. Seit dem 14. Jahrhundert prägen die Bauten der Familie die Bodenseeregion um Friedrichshafen. Mit großem Engagement und erheblichen finanziellen Anstrengungen hat Graf Bodman in den letzten Jahren auch Objekte saniert, die für die Eigentümerfamilie keinerlei Nutzen haben. Das mittelalterliche Kloster Frauenberg wurde mehrmals restauriert, zuletzt 1994. Es war ein großes Glück für das Baudenkmal, dass der Besitzer die historische Nutzung des Gebäudes mit Wallfahrtskapelle und einfacher Wohnung nicht in Frage stellte. Stets legte er großen Wert darauf, dass die Sanierung mit denkmalpflegerischer Sorgfalt erfolgt. Die Burgruine Altbodman musste von 2005 bis 2007 umfangreich gesichert werden, wobei Graf Bodman baubegleitend auch eine bauhistorische Dokumentation erarbeiten ließ. So konnte die Ruine nicht nur in ihrer historischen Substanz erhalten, sondern es konnten auch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Geschichte der Burg gewonnen werden.

Graf Bodman kümmert sich nicht nur um die Besitzungen der Familie, sondern setzt sich als langjähriger Präsident des Hegauer Geschichtsvereins für die Erhaltung der Kulturdenkmale im westlichen Bodenseegebiet ein. Er ist ein Vorbild dafür, wie man als Erbe einer alteingesessenen Familie mit Verantwortungsgefühl, das sich dem Gemeinwohl verpflichtet sieht, bedeutende Geschichtszeugnisse einer Region erhält. Eine Eigenverpflichtung, die manch anderer Adelsdynastie zum Vorbild gereichen würde. Wilderich Graf von und zu Bodman ist ein Glücksfall für die Denkmalpflege. Es ist daher dem DNK eine Freude, seinen uneigennützigen Einsatz mit der Silbernen Halbkugel des Deutschen Preises für Denkmalschutz zu ehren.

Wilderich Graf Bodman wurde im Jahr 1936 auf der Wasserburg Möggingen bei Radolfzell geboren. Er studierte nach dem Abitur Land- und Forstwirtschaft in Bonn und Stuttgart- Hohenheim. Im Jahr 2006 übergab er seinen Betrieb an seinen ältesten Sohn.

Am westlichen Ende des Bodensees liegt der Ort Bodman, der als Sitz einer frühmittelalterlichen Kaiserpfalz dem Bodensee den Namen gegeben hat. Die Herren von Bodman sind dort seit über 850 Jahren nachgewiesen und haben den später reichsritterschaftlichen Herrschaftssitz mit zahlreichen Baudenkmalen geprägt. Dies ist Freude und Last des Inhabers des Familienbesitzes, Dipl. agr. Ing. Wilderich Graf von und zu Bodman. Aus den bescheidenen Erträgen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes waren in den 30 Jahren, seit Graf Bodman den Besitz übernommen hat, zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten und zu sanieren. Ohne Unterstützung des Denkmalamtes und der Denkmalstiftung des Landes Baden-Württemberg wären für den Eigentümer die Kosten nicht zu tragen gewesen. Dies gilt auch für zahlreiche kleinere Anwesen im Familienbesitz. Graf Bodman waren stets auch die Grundlagen für Erhaltungsmaßnahmen und das Umfeld der Baudenkmale wichtig. So ließ er das umfängliche Familienarchiv neu ordnen und widmete sich den historischen Gartenanlagen um das Schloss Bodman.

Als Mitglied des Kreistages des Landkreises Konstanz setzte er sich u. a. für den Erhalt der Stelle des Kreisarchäologen ein, damit die zahlreichen vorgeschichtlichen und frühmittelalterlichen Fundstellen fachgerecht betreut werden. Als Vorsitzender des Fördervereins des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg wirbt er neben anderen Mitgliedern und Sponsoren für die angeschlossenen Museen.

Seit 2000 ist Graf Bodman Mitglied des Denkmalrats des Regierungspräsidiums, in dem er vor allem die Interessen privater Denkmalbesitzer vertritt. Besonders wichtig sind ihm die Wahrung der Eigentumsrechte der Denkmaleigentümer und das Ermöglichen einer Nutzung von Baudenkmalen, die ihre Erhaltung sichert.

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