Studentenworkshop

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz bietet jährlich einen Workshop an, um Studierende der Kunstgeschichte und Architektur mit Aufgaben und Methoden von Denkmalschutz und Denkmalpflege vertraut zu machen. An einem prominenten Fallbeispiel erarbeiten die Studierenden konkrete Lösungsansätze für eine denkmaladäquate Nutzung.

Der Workshop findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt und wird von Vertretern des dort zuständigen Landesdenkmalamtes sowie einer Hochschule mit der Ausrichtung Denkmalpflege betreut.

Studierende richten ihre Anmeldungen schriftlich mit Lebenslauf und Motivationsschreiben an die Geschäftsstelle des DNK.


frühere Studentenworkshops

06.03.2018

13. Studierendenworkshop in Hannover

DER SCHMUCK DER STADT ? - Stadtplätze in Hannover

2. bis 8. September 2018

Flyer

Denkmale der Urbanität

Die Stadt Hannover auf ihren Plätzen zu erkunden, ist für Fachleute und Laien eine Entdeckungsreise durchs 18., 19. und 20. Jahrhundert. Die Architekturgeschichte zeigt sich nicht allein in den Bauwerken, sondern ebenso in den urbanen Räumen zwischen den Fassaden.
Gerade für die Plätze hat man im Lauf der Stadtgeschichte besondere Gestaltungen entworfen, um besondere Stadtfunktionen mit ihnen zu verbinden. Waren es in früheren Zeiten vor allem Stadträume wie Markt-, Schloss- und Beerdigungsplätze, die die Straßenfluchten öffneten, so mehrten sich in jüngeren Zeiten die herrschaftlichen Repräsentationsplätze, die Freiräume um die Kirchen, die Plätze für figürliche Denkmäler sowie die gärtnerisch angelegten Schmuckplätze vor allem in den Stadterweiterungsgebieten. Sowohl die Gestaltung und die Funktion von Stadtplätzen, als auch der Denkmalwert und der Umgang sind Thema des diesjährigen Workshops.

Der Schmuck der Stadt ?

Was nehmen wir heute wahr, wenn wir die urbanen Räume von Hannover betrachten? Kaum ein Platz sieht noch so aus, wie er einst gestaltet wurde. Kriegs- und Notzeiten haben in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts einen ungeahnten Strukturwandel hervorgerufen. Im Zuge des Wiederaufbaus bestimmte der Verkehr die Freiräume. Seit den siebziger Jahren waren es soziale Einrichtungen, die von den Plätzen Besitz ergriffen. Ein Verlust vieler Gestaltungselemente war die Folge.
In den Planungsprozessen der letzten zwei Dekaden jedoch lässt sich ein Umdenken verfolgen: Zunehmend arbeiten Stadtplaner und Verkehrsspezialisten mit Denkmalpflegern und Anwohnern an gemeinsamen Konzepten. Auf hohem Niveau werden historische Qualitäten mit neuen Gestaltungselementen zusammengebracht. Als Zukunftsmodell ermöglicht die interdisziplinäre Kooperation der Fachdisziplinen eine geschichtsbejahende Stadtentwicklung, die den Fortschrittsperspektiven als Korrektiv gegenübersteht.


Was macht einen Platz zum guten Ort ?

Folgende Fragestellungen wird der Workshop aufgreifen:

- Welche Erkenntnismöglichkeiten bieten uns die urbanen Räume?
- Wie erfasst man den Denkmalwert der Plätze und ihrer Funktionen?
- Welche Entwicklungslinien haben Plätze und Freiräume genommen?
- Welchen Stellenwert hat der Zustand der Plätze heute?
- Wie können wir vernachlässigte oder verlorene Denkmalwerte wieder sichtbar machen?
- Können wir zeitgemäße Gestaltungen mit den historischen Platzqualitäten verknüpfen?

Wesentliche Ziele des Workshops sind die verbale und fotografische Bestandsaufnahme, die Entwicklung von Analysemethoden und die Unterscheidung von Zeitschichten. Darauf aufbauend wollen wir Erhaltungsanforderungen erörtern, die in der Denkmalpflege angemessen sind. Ergebnisse des Workshops sollen aber auch Ideen zum kreativen Umgang mit den Plätzen sein. Teilnehmende Studierende erhalten durch den Workshop einen Einblick in die vielfältigen, interdisziplinären Aufgaben und Fragen der Denkmalpflege.


Ablauf des Workshops

Der Workshop findet vom 2. bis 8. September 2018 in Hannover auf ausgewählten Stadtplätzen sowie im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege statt. Fachleute aus Denkmalpflege und kommunaler Stadtplanung begleiten die Workshop-Arbeit der Teilnehmer/innen. Nach der Begrüßung am Sonntagabend wird am Montag eine Fahrradexkursion auf die Vielfalt der Stadtplätze einstimmen. Unterschiedliche Interessenlagen, die auf die urbanen Räume Einfluss haben, wollen wir in verteilten Rollen diskutieren. Am zweiten Tag präsentieren alle Teilnehmer/innen in einem Kurzreferat einen öffentlichen Platz ihrer Wahl, der sich an ihrem Heimat- oder Studienort befindet oder auch auf Reisen entdeckt wurde. Von Mittwoch bis Samstag werden sich vier bis fünf Arbeitsgruppen jeweils einem Platz widmen. Diverse Impulsvorträge aus unterschiedlichen Blickwinkeln ergänzen das Programm. Das Abschlusskolloquium am Nachmittag des letzten Tages ist öffentlich.

Unterkunft, Verpflegung und Arbeitsräume werden zur Verfügung gestellt. Die Kostenbeteiligung beträgt
100 Euro. Jede/r Teilnehmer/in erhält eine Urkunde. Für eine erfolgreiche Teilnahme können von den betreuenden Hochschullehrern drei Credit Points bescheinigt werden. Die Arbeitsergebnisse werden veröffentlicht.

Betreut wird der 13. Workshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und die Leibniz Universität Hannover, Lehrstuhl Bau- und Stadtbaugeschichte.
 

BEWERBEN !
Bewerben können sich Studierende, die Interesse an Fragen der Denkmalpflege haben und eine Woche miteinander in betreuten Kleingruppen interdisziplinär und praxisbezogen arbeiten möchten. Der Workshop richtet sich vorwiegend an Studierende der Fächer Architektur, Denkmalpflege, Geschichte, Kunstgeschichte, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Bauingenieurwesen sowie Soziologie.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 30. Mai 2018 mit einem kurzen Motivationsschreiben und einem Lebenslauf an:

Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz
bei der Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien (BKM)
Köthener Straße 2, 10963 Berlin
stefanie.wendt@bkm.bund.de


 

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