Studentenworkshop

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz bietet jährlich einen Workshop an, um Studierende der Kunstgeschichte und Architektur mit Aufgaben und Methoden von Denkmalschutz und Denkmalpflege vertraut zu machen. An einem prominenten Fallbeispiel erarbeiten die Studierenden konkrete Lösungsansätze für eine denkmaladäquate Nutzung.

Der Workshop findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt und wird von Vertretern des dort zuständigen Landesdenkmalamtes sowie einer Hochschule mit der Ausrichtung Denkmalpflege betreut.

Studierende richten ihre Anmeldungen schriftlich mit Lebenslauf und Motivationsschreiben an die Geschäftsstelle des DNK.

per E-mail bewerben
frühere Studentenworkshops

29.08.2014

9. Studentenworkshop des DNK

"BURG TRIPS VOM BEFUND ZUM KONZEPT"

8. - 14. September 2014 in Geilenkirchen

Ort: Hauptburg, Burg Trips 1, D-52511 Geilenkirchen (NRW)

Veranstalter:
Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz
LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland
Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln,
Abteilung Architekturgeschichte


Die eindrucksvoll im Wurmtal bei Geilenkirchen gelegene Wasserburg Trips gehört zu den interessantesten Burganlagen des Rheinlands. Das im Kern spätmittelalterliche Herrenhaus bildet die Hauptburg, ergänzt durch zwei Vorburgen des späteren 17. und einen Landschaftsgarten des 18. Jahrhunderts. Alle Bestandteile der Burganlage einschließlich des Gartens liegen auf jeweils eigenen Inseln und waren ursprünglich nur durch Zugbrücken miteinander verbunden.

Die auf das 15. Jahrhundert zurückgehende Kernburg bestand zunächst aus einem nordseitigen Gebäudeflügel, der durch fast gleich hohe Mauern zu einem annähernd quadratischen Grundriss ergänzt und von einem Turm überragt war. Erst im Laufe der Jahrhunderte wurde das Herrenhaus durch Errichtung weiterer Flügel zu einer repräsentativeren Vierflügelanlage ausgebaut.
Eine Vielzahl baugeschichtlich relevanter Befunde wie Kaminanlagen, Reste mittelalterlicher Wandmalereien, Stuckdecken oder Dachtragwerke zeugen von der Qualität der Architektur und ihrer Ausstattung, die jeweils an die wechselnden Anforderungen und Ansprüche ihrer Bauherren angepasst wurde.

Seit Aufgabe der Wohnnutzung in den 1960er Jahren förderten Leerstand und Absinken des Grundwasserspiegels, verursacht durch nahegelegenen Bergbau und Trinkwassergewinnung, den zunehmenden Verfallsprozess mit der Folge von Verformungen und erheblichen statischen Schäden. Erste verformungsgetreue Bauaufnahmen dienten als Grundlage für konstruktive Sicherungsmaßnahmen.
Während sich in beiden Vorburgen heute Einrichtungen und Wohnungen für Senioren befinden, konnte für die Hauptburg noch keine adäquate Nutzung gefunden werden.

Die Burganlage bietet die außergewöhnliche Chance, Fragestellungen und Methoden der Denkmalpflege exemplarisch erarbeiten zu können: von Inventarisation über Baudenkmalpflege, Restaurierungswissenschaften, Bauforschung, Dokumentation bis hin zu der Entwicklung geeigneter Nutzungskonzepte und Fragen der städtebaulichen Einbindung. Das Objekt bietet ideale Voraussetzungen, da die Hauptburg leer steht und kein Nutzungsdruck besteht.
 

Interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppen widmen sich folgenden Schwerpunktthemen:

Denkmalerfassung:
Erfassung und Beschreibung des denkmalwerten Baubestandes, Kriterien und Grundlagen für die Eintragung als Baudenkmal, Anforderungen an Gutachten im Rahmen der Inventarisation.
Bauforschung: Bauaufnahme, Befunderhebung und ergänzende restauratorische Untersuchungen zur Klärung der offenen Fragen zum Ursprungsbau, zur Bauabfolge oder auch zu den Baukonstruktionen und –materialien.
Nutzungsperspektive: Erarbeitung von denkmalpflegerischen Konzepten und Nutzungsmöglichkeiten, die den herausragenden Baubestand, seine Lage und städtebauliche Situation wie auch bauordnungsrechtliche Anforderungen mit berücksichtigen.

Bewerben können sich Studierende, die Interesse an Fragen der Denkmalpflege haben und gerne interdisziplinär und praxisbezogen arbeiten. Der Workshop richtet sich vorwiegend an Studierende der Fächer Architektur, Denkmalpflege, Geschichte, Ingenieurwissenschaften und Kunstgeschichte.


Flyer zum Workshop

Nach oben drucken Kontakt | Impressum | © Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz