24.04.2012
7. Studentenworkshop des DNK
"Städtebauliche Denkmalpflege"
02. - 09.09.2012 in Blankenburg/Harz
Blankenburg, 1123 erstmals erwähnt, liegt am nördlichen Rand des Ostharzes und war seit dem Mittelalter in strategischer und wirtschaftlicher Hinsicht Zentrum des Herrschaftsgebietes der gleichnamigen Grafen. 1599 fiel die Grafschaft an das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel und war von 1690 bis 1731 Residenz der Braunschweiger Herzöge. Aus dieser Blütezeit stammen bedeutende Kulturdenkmale. Eine weitere Prosperität, die insbesondere mit der Aufnahme des Kurbetriebes und der Einrichtung einer Eisenhütte einherging, erfuhr die Stadt zu Ende des 19. Jh. und zu Anfang des 20. Jh.
Die Besonderheit der Siedlungsstruktur von Blankenburg ergibt sich aus der Lage der Altstadt am relativ steilen Nordhang des Harzes. Im Bereich um Markt und mittelalterliche Bartholomäuskirche haben sich noch weitgehend geschlossene Straßenbebauungen mit Fachwerkhäusern (überwiegend aus dem 17.– 19. Jh.) erhalten. Nördlich der Altstadt erstreckt sich das weiträumige Gelände der Kurklinik „Teufelsbad“ (1878 / 1936), welche für die jahrzehntelange Geschichte des Blankenburger Bäderwesens von Bedeutung ist. Mehrere gründerzeitliche Villenviertel sowie die nahegelegene mittelalterliche Burgruine Regenstein, das Zisterzienserkloster Michaelstein (12. Jh.), die beiden Aussichtspunkte Wilhelm-Raabe-Warte (1897) und Ziegenkopf (1896) und weitreichende Waldgebiete mit Felsformationen (Großvater, Teufelsmauer) runden das Ortsbild ab.
Schwächen und Potentiale
Blankenburg verfügt über eine nahezu intakte Altstadt, die – anders als die repräsentativen Villenviertel – von Leerstand bedroht ist. Ebenso verlor der historische Kurbereich mit der Auslagerung des Kurbetriebes seine ursprüngliche Funktion und Bedeutung.
Themenschwerpunkte
- städtebauliche Denkmalpflege
An- / Verbindung Altstadt mit Kurklinik und Bahnhof, Revitalisierung historischer Wasserachsen (Schlosspark, Mühlenwassersystem und Wasserläufe in der Altstadt). - Denkmalpflegerischer Umgang mit Leerständen und Leerstandsflächen Quartiersbelebung (altersgerechtes Wohnen und Gewerbenutzung in einer „Bergstadt“).
- Umgang mit einem in seinem Bestand akut bedrohten großflächigen Baudenkmal (Domänenhof).
Lernziele
- Erkennen, Beschreiben und Begründen von Denkmalwerten sowie Potentialen und Konflikten
- Ideen entwickeln für die Revitalisierung und Stärkung historischer Quartiere und Bauten
- Erkennen der Methoden, Möglichkeiten und Grenzen städtebaulicher Denkmalpflege
Methoden
- Bestandsaufnahme der historischen Altstadt
- Leerstandskataster
- Bewertung, Priorisierung
- Vertiefte Bestandsaufnahme einer Parzelle / eines Gebäudes und Entwickeln von Umnutzungs- und Instandsetzungsperspektiven
Der Workshop findet vor Ort in Blankenburg statt. Unterkunft, Verpflegung und Arbeitsräume werden in der näheren Umgebung der Altstadt zur Verfügung gestellt. Betreut wird dieser Workshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, die BTU Cottbus sowie die Stadt Blankenburg.
Bewerben können sich Studierende, die großes Interesse an Fragen der Denkmalpflege haben und interdisziplinär sowie praxisnah arbeiten wollen. Vorrangig angesprochen sind Studierende der Fächer Archäologie, Architektur, Denkmalpflege, Geschichte, Kunstgeschichte und Stadt- und Landschaftsplanung. Eine Kostenbeteiligung in Höhe von 100 Euro ist zu erbringen. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit Motivationsschreiben und einem Lebenslauf an:
Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz,
Graurheindorfer Straße 198, 53117 Bonn
Diana.Schmitz@bkm.bund.de | www.dnk.de
Bewerbungsschluss: 30.05.2012

Blankenburg, © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Plan von Blankenburg, © Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt