26.07.2012
Positionspapier des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zum Thema Erneuerbare Energien
Verabschiedet auf der Jahrestagung am 30. Juni 2012 in Bacharach
Der Rheinische Verein befürwortet grundsätzlich den Ausbau der erneuerbaren Energien unter der Voraussetzung, dass er landschafts-, natur- und denkmalverträglich erfolgt.
Insbesondere Windkraft und Fotovoltaik führen jedoch häufig zu erheblichen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und des kulturellen Erbes.
Um erhebliche Beeinträchtigungen hier zu vermindern, bedarf es nach Auffassung des Rheinischen Vereins eines wohl durchdachten und abgewogenen Ausbaus insbesondere der Windkraft- und Fotovoltaikanlagen. Die Voraussetzungen dafür scheinen noch nicht geschaffen. So wurden in diesem Zusammenhang bislang die Aspekte der Energiewirtschaft nur unzulänglich mit dem Schutzbedürfnis und dem Schutzrecht von Landschaft, Natur und Kultur abgewogen.
In den Regionalen Raumordnungsplänen müssen nicht nur geeignete Vorrangflächen, sondern auch großräumige Ausschlussflächen ausgewiesen werden. Dabei sind die Belange Wohnorte der Menschen, der Natur und hier insbesondere des Artenschutzes (Vogelzug, Großvögel, Fledermäuse) und das Landschaftsbild zu berücksichtigen. Nur durch eine sorgfältige Prüfung und Konzentration der Windenergieanlagen auf möglichst wenige Standorte lässt sich vermeiden, dass es zu einer flächenhaften industriellen Beeinträchtigung der Landschaft sowie zu Schäden für Menschen und Tiere kommt. Vor allem die noch naturnahen Landschaften mit hohem Erholungs- und Erlebniswert sowie historische Kulturlandschaften müssen von Windkraftanlagen frei gehalten werden.
Auch bei der Energiewende muss es zu einem Ausgleich der Interessen kommen, um Entwicklungen zu vermeiden, die ein neues Gefährdungspotential für die Umwelt bzw. den Lebensraum des Menschen schaffen.
Der Rheinische Verein will sich aktiv und konstruktiv an der Diskussion um die Nutzung erneuerbarer Energien beteiligen. Deshalb wird er einen Arbeitskreis „Erneuerbare Energien in der Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts“ mit dem Ziel bilden, eine umfassende Resolution zu diesem Thema und qualifizierte Stellungnahmen zu konkreten Vorhaben zu erarbeiten.
(Quelle: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz)
