Aktuelles

24.08.2017

Pressemitteilung

Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz 2017
// Bekanntmachung der Preisträgerinnen und Preisträger
// Preisverleihung am 13. November 2017 in Basel

Mittwoch, 23. August 2017

Das Präsidium des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz verleiht in diesem Jahr zehn Persönlichkeiten und Personengruppen, die sich in besonderem Maße um die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes verdient gemacht haben, den Deutschen Preis für Denkmalschutz.

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz ist die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung kann in folgenden Kategorien verliehen werden: Der Karl-Friedrich-Schinkel-Ring, die Silberne Halbkugel, der Journalistenpreis und der Internetpreis.

Die Silbernen Halbkugeln erhalten:
Trier Gesellschaft e.V. (Rheinland-Pfalz)
Förderverein Hofgestüt Bleesern e.V. (Sachsen-Anhalt)
Denkmal Kultur Mestlin e.V. (Mecklenburg-Vorpommern)
Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. (Nordrhein-Westfalen)
Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V. (Thüringen)
Manfred Kegel (Sachsen)

Den Journalistenpreis erhalten:
Ralph Baudach, Norddeutscher Rundfunk
Jens Arndt, Rundfunk Berlin-Brandenburg
Maya Kristin Schönfelder, Rundfunk Berlin-Brandenburg

Den Internetpreis erhält:
André Winternitz (www.rottenplaces.de)

Der Karl-Friedrich-Schinkel-Ring wird in diesem Jahr nicht vergeben.

Zusammenfassende Begründungen für die diesjährige Vergabe der Preise sind dieser Information beigefügt.
Die Preise werden am 13. November 2017 in der Aula des Naturhistorischen Museums in Basel (Schweiz) durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz feierlich überreicht. Zu dieser Preisverleihung um
14:30 Uhr ist die Presse herzlich eingeladen. Die Geschäftsstelle bittet um vorherige Anmeldung und Akkreditierung.


Anmeldung und weitere Informationen:
Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz
bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien - K 54,
Köthener Straße 2, 10963 Berlin
caecilie.flossdorf@bkm.bund.de
Internet: www.dnk.de

 
Zur Begründung:

Die Silbernen Halbkugeln sollen an folgende Preisträger vergeben werden:

Trier Gesellschaft e. V. (Rheinland-Pfalz)
für ihr bewundernswertes und langjähriges Wirken, mit dem sie in über 30 Jahrzehnten 1,2 Mio. Euro für denkmalpflegerische Zwecke und zur Verbesserung des Trierer Stadtbildes (über 100 Objekte) erreichen konnten. Ihre Arbeit ist auf beispielhafte Weise geprägt durch das Werben, das Vermitteln und das Erzählen von der Bedeutung dieser Baudenkmäler für die örtliche und überörtliche Gesellschaft.

Förderverein Hofgestüt Bleesern e. V. (Sachsen-Anhalt)
für ihren vorbildhaften Einsatz um den denkmalgerechten Erhalt und die Entwicklung des ältesten deutschen Hofgestüts, welches als herausragendes Zeugnis sächsischer und vor allem Dresdner Barockkunst gilt. Ihrem intensiven Einsatz um Spendengelder ist es zu verdanken, dass das akut vom Abbruch bedrohte Baudenkmal in der gefährdeten Bausubstanz gesichert ist und bereits erste Reparaturen ausgeführt werden konnten. Zukünftig werden die instandgesetzten Bauten als überregional ausstrahlender kultureller Leuchtturm in der Welterberegion ausgearbeitet werden.

Denkmal Kultur Mestlin e. V. (Mecklenburg-Vorpommern)
für sein langjähriges Wirken in einer strukturschwachen, ländlichen Region - ehemaliges DDR-Musterdorf - mit dem er nicht nur das bauliche Erbe sicherte und instand setzte, sondern vor allem die Nutzbarmachung und den Kulturbetrieb in den Fokus stellte. Mit diesem ganzheitlichen Einsatz - stets in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege - hat der Verein einen Leuchtturm unter den Denkmalobjekten aus der DDR-Zeit geschaffen.

Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhundert e. V. (Nordrhein-Westfalen)
für ihr bürgerschaftliches Wirken zur Dokumentation, zum Erhalt und zur Erforschung der Glaskunst des 20. Jahrhunderts. Die von ihnen gegründete Forschungsstelle mit der umfangreichen Datenbank ist eine unerlässliche Quelle für zahlreiche denkmal-
kundliche und restauratorische Fragestellungen. Ihrem Forschungseifer und ihrer Akribie ist es zu verdanken, dass längst nicht mehr existierende Kunstwerke in ihrer künstlerischen Wirkung für künftige Generationen erhalten bleiben.

Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e. V. (Thüringen)
für ihren Einsatz zur Erhaltung eines ebenso ungewöhnlichen wie bedeutenden Denkmalensembles, welches sie durch ihre außergewöhnliche Öffentlichkeitsarbeit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt haben und seit nunmehr 25 Jahren auch präsent halten. Mit Aktionen wie dem alljährlichen Höhlerfest, den Höhler-Biennalen, Kunstveranstaltungen, den Höhlergeistern (für Kinder ) und Höhlerfantasien (für Jugendliche) und den Höhlern der Sinne zur Schulung des Tast- und Riechsinns bringen sie diese ungewöhnlichen labyrinthartigen Tiefkeller wieder zurück in die Wahrnehmung.

Manfred Kegel (Sachsen)
für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement in der Archäologie und seinen unermüdlichen Einsatz für zahlreiche archäologische Fundstellen, die er vor der Zerstörung gerettet hat. Sein nunmehr 36-jähriger Einsatz als hochgeschätzter Gesprächspartner wie treibende Kraft zugleich - stets auf der Höhe der Zeit - machen ihn zu einem unersetzlichen Partner der sächsischen Bodendenkmalpflege.

Der Journalistenpreis soll an folgende Preisträger vergeben werden:

Ralph Baudach, Norddeutscher Rundfunk
für seinen brillanten Magazin-Beitrag „Geliebte Bausünden aus Beton - Wiederentdeckung des Brutalismus“, in dem er sich auf differenzierte Art und Weise mit der verschmähten Beton-Architektur der 60er und 70er Jahre auseinandersetzt. Die zuvor einschüchternd großen, als geradezu hässlich und bedrohlich empfundenen Gebäude, erscheinen dann in seinem Film in ihrer Klarheit und eigenwillig Ästhetik faszinierend ehrlich.

Jens Arndt, Rundfunk Berlin-Brandenburg
für seinen inhaltlich fundierten und optisch ansprechenden Film „Gärtner führen keine Kriege - Preußens Arkadien zur Mauerzeit“, in dem er sensibel die Arbeit der Gärtner des Potsdamer Gartenreiches in der Zeit der Mauer sowie schließlich ihre Überwindung würdigt und dabei zugleich die Grundprinzipien und -elemente der Kulturlandschaft verständlich macht. Sorgfältig recherchiert, bildlich
und textlich spannend, schlüssige Wechsel von Interviewsequenzen mit passendem musikalisch untermaltem Bildmaterial machen diesen Film zu einem mustergültigen Beispiel.

Maya Kristin Schönfelder, Rundfunk Berlin-Brandenburg
für ihr brillantes Hörfunk-Feature „Kultur im Krematorium - Besuch in einer Weddinger Sonderimmobilie“, in dem sie das mutige und waghalsige Vorhaben, eine vom Verfall gezeichnete Weddinger Sonderimmobilie (Krematorium) von 1911 in ein Kulturzentrum umwandeln, begleitet. Durch eindrucksvolle akustische Mittel lässt sie die Phantasie der Zuhörer aufblühen und so diesen besonderen Ort erleben.

Der Internetpreis soll vergeben werden an:

André Winternitz
für seine Plattform www.rottenplaces.de, die gegen die Zerstörung und das Vergessen unseres gebauten Erbes energisch Partei ergreift. Er hat zusammen mit Hobbyhistorikern und Fotografen Bauwerke in ganz Deutschland - wenn schon nicht zu retten - zumindest durch eindrucksvolle Bilder vor dem restlosen Vergessen bewahrt.


Pressekontakt:
Björn Bernat
Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz
bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien – K54
bjoern.bernat@bkm.bund.de
030 32091-776
0160 - 96611204
 

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