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21.06.2018

Unser Kulturerbe - unsere Zukunft

Europa im Wandel – Unser Kulturerbe als Anker
Unsere Welt ist in großer Veränderung: Kulturelle Vielfalt und demografischer Wandel verändern unsere Gesellschaft. Jahrzehntelange politische und gesellschaftliche Gewissheiten werden im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung infrage gestellt. Wir erleben die Rückkehr von nationalistischen Ressentiments in weiten Teilen Europas. Es sind Zeiten, in denen die Menschen verstärkt nach Orientierung und Herkunft und nach Halt für die Zukunft suchen.
Dies gibt Europas Kultur und Geschichte eine wachsende Bedeutung. Unsere gebaute Umwelt, unsere Kulturlandschaften oder auch unsere Musik und unser Theater - unser Kulturerbe zeugt von einer Geschichte, die durch eine Kette vieler Kriege und Konflikte aber auch einen jahrhundertelangen Weg zu einem friedlichen und kooperativen Miteinander geprägt ist. In einer sich verändernden Welt steht unser Kulturerbe für Werte und Traditionen, für Offenheit und Toleranz, für Mut und Erfindergeist, nicht zuletzt für Demokratie und Zusammenhalt.

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 – Auftrag in die Zukunft
In ihren jüngsten Beschlüssen hat die Europäische Union begonnen, sich diesem besonderen Wert unseres Kulturerbes intensiver bewusst zu werden und daran erinnert, dass die im Kulturerbe Europas verankerten Ideale, Grundsätze und Werte eine gemeinsame Quelle der Erinnerung, des Verständnisses, der Identität, des Dialogs, des Zusammenhalts und der Kreativität für Europa darstellen. Mit dem Ausruf des vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mitinitiierten Europäischen Kulturerbejahres 2018 hat die Europäische Union ein breitenwirksames und politisch hochrangiges Format als Startpunkt für eine neue Politik gewählt. Diese will zeigen, dass Kulturerbe zugleich Vergangenheit und Zukunft wie auch die gemeinsame Klammer europäischer Identität ist.
Die große Resonanz von Politik, Institutionen, Vereinen und Privatpersonen auf das Europäische Kulturerbejahr 2018 und die eindrucksvolle, aktive Bereitschaft von Menschen, sich hauptamtlich wie ehrenamtlich für unser Kulturerbe einzusetzen und an diesem teilzuhaben, bezeugen nachdrücklich, dass Erhalt, Weiterentwicklung und Vermittlung unseres Kulturerbes zukünftig eine noch größere Relevanz bekommen muss. Es gilt das Europäische Kulturerbejahr als Ausgangspunkt für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz –
Plattform für ein starkes Kulturerbe
Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz war, ist und wird auch zukünftig eine Plattform für ein starkes Kulturerbe und insbesondere einen starken Denkmalschutz in Deutschland und Europa sein. Für das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz ist es eine politische und gesellschaftliche Aufgabe, für Erhalt, Weiterentwicklung und Vermittlung des Kulturerbes und dabei insbesondere des baulichen und archäologischen Erbes zu sorgen. Mit der Arbeit seiner Mitglieder und Arbeitsgruppen und seinen öffentlichen Formaten bietet das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz ein Forum, um unter Einbezug aller Akteure sich den aktuellen Aufgaben und Herausforderungen erfolgreich zu stellen.
Uns trägt hierbei die Überzeugung, dass Schlösser und Kirchen, industrielles Erbe und Bauten der jüngeren Vergangenheit, historische Altstadtkerne wie auch die weiteren Schichten der Europäischen Stadt, Kulturlandschaften und Dörfer, Parks und Gärten ebenso wie Erinnerungs- und Gedenkorte, archäologische Fundstellen und unser weiteres baukulturelles Erbe eine identitätsstiftende Wirkung haben, die wir zukünftig noch stärker betonen müssen.

Eine gemeinsame Aufgabe
Die großen Veränderungen unserer Gesellschaft und der Erfolg des Europäischen Kulturerbejahres 2018 sind für uns alle ein Auftrag, unsere Anstrengungen zukünftig zu intensivieren. Die Mitglieder des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz fordern deshalb von Politik und Verwaltung, von Wirtschaft und Verbänden und von Institutionen und Vereinen entsprechend Ihrer Aufgaben und Möglichkeiten:

• den Ausbau von Vermittlungs- und Kommunikationsformaten, um die gesamte Zivilgesellschaft zu erreichen, zu interessieren und mitzunehmen,
• die angemessene Beachtung des Belanges Denkmalschutz in Abwägungs- und Entscheidungsprozessen, sowie die Stärkung von zivilgesellschaftlichen Beteiligungsformaten,
• die Bereitstellung von kontinuierlichen öffentlichen Ressourcen für Pflege, Erhalt und Weiterentwicklung des Kulturerbes wie auch die Förderung der entsprechenden privatwirtschaftlichen Investitionsbereitschaft,
• die ausreichende Bereitstellung von hinreichend qualifiziertem und erfahrenem Personal zur Umsetzung der Aufgaben,
• die Bereitstellung von Ressourcen zur Förderung relevanter wissenschaftlicher Forschung,
• die Verbesserung und Verstetigung der Bildungs- und Qualifizierungsangebote für alle beteiligten Akteure,
• den angemessenen Fokus auf das bauliche, archäologische und künstlerische Kulturerbe in der schulischen wie auch außerschulischen Vermittlung.

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz erinnert daran, dass Denkmalschutz in der Bundesrepublik Deutschland eine Staatsaufgabe von hohem Rang ist. Durch die Verankerung der Kultur als Staatsziel im Grundgesetz würde dies bekräftigt und eine dauerhafte Grundlage für die Umsetzung dieser Forderungen geschaffen werden.

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