Aktuelles

11.03.2010

Die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 diskutiert Baukultur des Alltäglichen

Bundesstiftung Baukultur stellt am 17. April mit Prominenten und Bürgern ausgewählte Projekte in Bochum, Gelsenkirchen und Essen auf den Prüfstand.

Die „Baukultur des Öffentlichen“, unsere öffentlichen Räume, Gebäude und Verkehrswege, bestimmt unseren Alltag in vielerlei Hinsicht: Täglich nutzen wir öffentliche Bauten, wie z.B. Schulen und Kindertagesstätten, unsere städtischen Plätze und Freianlagen oder die Verkehrsinfrastrukturen wie Brücken und Straßen. Der Zustand öffentlicher Bauten hat einen großen Einfluss auf unsere Lebensqualität. Als Bühne für unser gesellschaftliches Miteinander stellen die Gestaltung und die Pflege unserer öffentlichen Räume eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Städte, ihre Planer und ihre Bewohner dar. Doch entspricht ihre Gestaltung den Anforderungen ihrer Nutzer? Und ist ihre Vernachlässigung ein Zeichen für fehlende Budgets oder vielmehr für mangelnde Verantwortung, Akzeptanz oder Identifikation?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Bundesstiftung Baukultur am 16. April auf Zeche Zollverein in Essen in ihrem Konvent 2010, einem Forum für ausgewiesene Bauexperten, auseinander. Am 17. April lädt die Bundesstiftung Baukultur interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu ein mitzudiskutieren: An drei ausgewählten städtischen Orten wird anhand der drei Themen Bildung, Freiraum und Verkehr in Bochum, Gelsenkirchen und Essen die Gestaltung unserer Umwelt auf den Prüfstand gestellt. Dabei soll es darum gehen, die Verantwortung der öffentlichen Hand und die anstehenden Aufgaben am konkreten Fall zu vermitteln und über Lösungsansätze öffentlich zu diskutieren.

An diesem Publikumstag am Samstag, dem 17. April 2010, ruft die Stiftung die interessierte Öffentlichkeit dazu auf, die drei Orte in gemeinsamen Spaziergängen mit Prominenten aus Politik, Medien und Kultur kritisch zu betrachten: Das Publikum kann dabei zunächst über Kopfhörer mithören und sich an einer anschließenden Diskussion aktiv beteiligen. Die Beispiele betreffen baukulturelle Projekte, die derzeit noch von Vernachlässigung zeugen, die sich aber durch aktuelle Planungseingriffe vieler Beteiligter bereits im Umbruch befinden.
„Wir möchten das Thema „Baukultur des Öffentlichen“ in die Region der Kulturhauptstadt Ruhr2010 tragen,“ so Prof. Michael Braum, der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Baukultur. „Im Ruhrgebiet finden sich Brennpunkte der Baukultur, anhand derer wir die Debatte über die erforderliche Qualität des alltäglichen öffentlichen Raumes beispielhaft führen und nach vorne bringen wollen.“

Bildung: Wird unsere Bildung verbaut?
Schulen und Kindertagesstätten und die dazugehörigen Freiräume sind die potenziellen Orte der Integration unterschiedlicher Lebenswelten. Ihre räumliche Qualität ist für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft entscheidend. Bildungsbauten fungieren für unsere Kinder und Jugendlichen neben ihren Mitschülern und Lehrern als dritter Pädagoge. Dieses Thema wird zwischen 10 und 12 Uhr anhand des Beispiels der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bochum diskutiert. Rheinpark Architekten, Bochum werden im Sommer 2010 ein neues Schulgebäude direkt neben den in den 1970er Jahren als vorbildliche Schule errichteten Bestandsbau (Architekten: Eller, Moser, Walter + Kiemle, Kreidt, Düsseldorf, 1974) fertig stellen. Gemeinsam mit der Öffentlichkeit diskutieren Vertreter aus Politik und Kultur, wie z.B. Professor Karl-Heinz Petzinka, künstlerischer Leiter der Ruhr.2010, diese baukulturelle Entwicklung bei einem Rundgang durch die beiden Gebäude.

Freiraum: Wie viel Freiraum brauchen unsere Städte?
Urbane Freiräume sind die Orte des Zusammentreffens unterschiedlicher Milieus und Interessen. Sie sind die Orte der Kommunikation, der Repräsentation und der Begegnung. Öffentliche Freiräume sind prägend für die Lebensqualität und das Bild unserer Städte. Über die Qualität des innerstädtischen öffentlichen Freiraumes, über die Gestaltung und Alltagstauglichkeit und die Vernachlässigung und Verantwortung diskutieren am Beispiel des Stadtumbaus Gelsenkirchen City als prominenter Verantwortlicher Michael von der Mühlen, Stadtdirektor und Stadtbaurat Gelsenkirchen, und als prominenter Nutzervertreter Propst Paas, Vorstand St. Augustinus Gemeinde, Gelsenkirchen. Zwischen 13 und 15 Uhr findet dazu ein dialogischer Spaziergang vom Heinrich-König-Platz durch die Ebertstraße bis zum Musiktheater im Revier (MiR) mit einer anschließenden Diskussion mit Nutzern und Gästen im Foyer des MiR statt.

Verkehr: Wie verkehrt ist unsere Mobilität?
Verkehrsräume sind Teil unserer Alltagskultur, sie garantieren Sicherheit und Mobilität. Dabei steht in der Regel der Nutz- über dem Gestaltwert. Doch als Verkehrsräume brauchen wir Orte und Strukturen, die räumliche Zusammenhänge nicht zerstören, sondern die unseren aktuellen und zukünftigen Mobilitätsansprüchen gerecht werden und gleichzeitig allen Nutzern eine hohe Qualität garantieren. Inwiefern dieser Anspruch in der Realität umgesetzt werden kann, wird von 16 bis 18 Uhr während eines Rundgangs um den Verkehrsknotenpunkt Essener Hauptbahnhof erörtert. Über die Verkehrsräume rund um den Hauptbahnhof sprechen Jürgen Best, Verwaltungsvorstand der Stadt Essen, Geschäftsbereich Planen, und Stefan Hilterhaus, künstlerischer Leiter des Essener PACT Zollvereins. Im Anschluss ist auch hier die interessierte Öffentlichkeit eingeladen, den zentralsten öffentlichen Raum in Essen auf den Prüfstand zu stellen. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Weitere Information finden Sie unter:
www.bundesstiftung-baukultur.de
www.baukultur-k2010.de

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