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© Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e.V.

Restaurierung der Mühle Oppenwehe im April 2011 © Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e.V.

2011

Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e. V.

Im Kreis Minden-Lübbecke im Nordosten von Nordrhein-Westfalen gibt es noch 65 historische Windmühlen. Darunter befinden sich zwei Bockwindmühlen von 1650 und 1705 sowie vier weitere Mühlen aus der Zeit des Jahres 1730. Bereits im Jahr 1975 ergriffen die ersten interessierten Bürger Aktivitäten zur Erhaltung dieser reichen Mühlenkultur. Daraus entstand im Jahr 1978 der „Mühlenverein im Kreis Minden- Lübbecke e. V.“. Der Verein bündelte das bereits vorhandene Engagement zur Erhaltung der Windmühlen aber auch der Ross- und Wassermühlen der Region, es kamen immer mehr engagierte Bürger hinzu und heute zählt der Verein 1.000 Mitglieder.

Der Schwerpunkt der Arbeit des Vereins und seiner Mitglieder liegt im Betrieb, der Pflege und der Bewirtschaftung der Mühlen. So hat er von Anfang an unter fachlicher Betreuung Mühlen instandgesetzt und hierfür 1988 einen Mühlenbauhof eingerichtet. Dieser bündelt das Fachwissen über die komplexen Arbeiten einer Mühle und gibt es an Interessierte weiter. Aus dieser Initiative gründete der Verein 1987 die „Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.“, heute die Dachorganisation aller Landesverbände für Mühlen in der Bundesrepublik Deutschland.

Allein im Jahr 2011 wird der Mühlenverein rund 80 Veranstaltungen an den Mühlen durchführen. Hierzu gehören auch Informationstage für Kinder, um ihnen die historische Bedeutung von Mühlen zu vermitteln. Zur Erhöhung der Attraktivität für den Besucher bauen die Vereinsmitglieder Backhäuser an den Standorten der Mühlen. Der Verein hat eine Mühlenroute entwickelt, die heute 43 Mühlenstandorte verbindet und einen „Wanderweg der Müllerburschen“ eingerichtet.

Dieses langjährige große Engagement zur Erhaltung und Vermittlung der gebauten Geschichte und der Wahrzeichen der Region ist ein herausragendes Beispiel für aktive Denkmalpflege. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz zeichnet den „Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e. V.“ dafür mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz aus und verleiht ihm die silberne Halbkugel.

Über den Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e.V.

Der Kreis Minden-Lübbecke war im Zuge der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im Jahr 1973 aus den Altkreisen Minden und Lübbecke zusammengelegt worden. Diese neu vereinigten Nachbarn hatten anfänglich wenig gemeinsam; das Zusammenwachsen und die heute selbstverständliche Identität als „Mühlenkreis Minden-Lübbecke“ ist u.a. dem Erhalt und der Pflege ebendieser Mühlen zu verdanken, womit man kurz nach der Gebietsreform begann. Durch das Zusammenwirken vieler Akteure in den Ortsgemeinschaften und Verwaltungen gelang es, die Mühlenbegeisterung in die Breite zu tragen. Mühlenrettung wurde im Kreis Minden- Lübbecke zur „Ehrensache“ und von Hunderten ehrenamtlicher Helfer vor Ort mit hohem persönlichen Einsatz und viel Ausdauer mitgetragen. Ende 1978 wurde der Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke gegründet. Er hat seitdem zum Ziel, denkmalpflegerisch tätig zu werden und zu gewährleisten, dass die Wartung der Mühlen und die Führung der Gäste vor Ort fachkundig wahrgenommen werden können.

Wegen seiner Größe hat der Mühlenverein in der Deutschen Mühlengesellschaft (DGM) e.V. (die 1987 auf Initiative des Kreises Minden-Lübbecke gegründet wurde) denselben Status wie ein Landesverband. Kreisweit betreut der Verein mit seinen Mühlengruppen vor Ort ehrenamtlich alle 42 restaurierten Wind-, Wasser und Rossmühlen sowie den historischen Schiffmühlennachbau in Minden.

Sitz der Vereins-Geschäftsstelle ist ein restaurierter Bauernhof in Petershagen- Frille. Dieser „Mühlenbauhof“ beherbergt außerdem die Geschäftsstelle der DGM e.V., Tagungsräume mit Übernachtungsmöglichkeiten, ein Mühlen-Informationszentrum und eine – deutschlandweit einzigartige – Werkstatt.

Finanziell ermöglicht wird die umfangreiche denkmalpflegerische Arbeit durch einen beträchtlichen jährlichen Zuschuss des Kreises Minden-Lübbecke, durch Mitgliedsbeiträge, öffentliche Fördermittel und in großem Maße durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit.

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