Frank Kallensee

Neues Museum, Berlin © MAZ/Detlev Scheerbarth

2010 Journalistenpreis

Frank Kallensee

Redakteur, Märkische Allgemeine, Potsdam

Frank Kallensee, Redakteur der „Märkische Allgemeine“, publiziert seit vielen Jahren fundierte Beiträge zu kulturpolitischen Themen. Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege nehmen dabei breiten Raum ein. Beeindruckend sind sein lebendiger, ansprechender Stil und die einfallsreiche Aufbereitung der einzelnen Artikel.

Die Skala seiner immer recht informativen Veröffentlichungen reicht von Grabungen zur Rettung von Bodendenkmälern in verschiedenen Regionen Brandenburgs über Beiträge zur höfischen Wohnkultur zur Zeit des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II. bis zur Vorstellung markanter Denkmäler in Brandenburg, die am „Tag des offenen Denkmals“ eine Vielzahl von Besuchern zur Besichtigung einladen. Er berichtet über so genannte „Denkmäler des Monats“ ebenso wie über bedrohte Dorfkirchen und regionale Denkmalaktivitäten und deren Initiatoren, aber auch über bedeutende Schlösser und Klöster im Märkischen – mit allen Schwierigkeiten, die mit deren Erhaltung verbunden sind. Daneben greift er immer wieder Themen der regionalen Denkmalpolitik auf, beklagt die mangelnde Lobby für die Denkmalpflege und würdigt besonders gelungene Restaurierungsergebnisse im Denkmalschutz.

Mit seiner journalistischen Arbeit trägt Frank Kallensee in vorbildlicher Weise dazu bei, Verständnis und Interesse für die Belange von Denkmalschutz und Denkmalpflege in der breiten Öffentlichkeit zu vergrößern. Darum würdigt das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz sein langjähriges publizistisches Wirken auf diesem Gebiet mit einem Journalistenpreis.

Lebenslauf

* 20.9.1963, hat Theologe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert. 1989-90 Bibliothekarischer Mitarbeiter der Universitäts- und Landesbibliothek Halle. Seit September 1990 als Redakteur bei der Wochenzeitung Die Märkische (bis Mai 1992), danach in verschiedenen Ressorts der Märkischen Allgemeinen tätig, seit 2003 im Ressort Kultur u.a. für Denkmalpflege zuständig.


Arbeitsschwerpunkte
„Die Arbeitsschwerpunkte gibt zuallererst die Region vor. Dementsprechend sind die 1600 Dorfkirchen in Brandenburg, von denen 600 mehr oder weniger „bedroht“ sind, genauso Thema, wie die Masterpläne, welche die Schwesterstiftungen Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und Preußischer Kulturbesitz zur Rettung beziehungsweise Sanierung ihrer Denkmalsubstanz aufgelegt haben.

Dass die Kirche im Dorf bleiben kann, ist mir ebenso ein Anliegen wie die Vermittlung dessen, was die Einzigartigkeit von Unesco-Welterbestätten ausmacht. Neben diesen denkmalpflegerischen Longsellern sind natürlich immer wieder Projekte wie die Restaurierung der Bischofsresidenz Burg Ziesar oder die des Pauliklosters in Brandenburg/Havel zu betreuen, die beide zu Museen umgewidmet wurden. Hinzu kommt ein besonderes Interesse für die architektonischen Hinterlassenschaften des 20. Jahrhunderts im Brandenburgischen. Die von mir initiierte und redaktionell betreute Serie „Meilensteine der Moderne“ stellt einerseits Bauten von Martin Gropius, Hermann Muthesius, Erich Mendelsohn, Bruno Taut, Heinrich Tessenow, Walter Gropius, Adolf Meyer, Hannes Meyer, Mies van der Rohe, Hans Scharoun oder Hermann Henselmann vor, die im eigenen Lande immer noch ein nahezu anonymes Dasein fristen. Zum anderen wird hier aber auch der Blick auf Denkmale der Zukunft gerichtet und über zeitgenössische Entwürfe wie etwa den von Jacques Herzog und Pierre de Meuron für die Cottbuser Technische Universität errichteten Bibliotheksbau geschrieben.
 

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