Tell-Halaf-Ausstellung im Pergamonmuseum© Nikolaus Bernau

2011 Silberne Halbkugel

Nikolaus Bernau

Freier Redakteur der Berliner Zeitung und Freier Autor

„Ist unsere Zeit also doch eine gute fu?r die Bewahrung des gebauten Erbes?“ Seit rund 20 Jahren stellt der Journalist Nikolaus Bernau sich und uns in Zeitungsartikeln, Radiobeiträgen und Sachbu?chern diese Frage. Ob Schlossrekonstruktion, Museumsumbauten, Bewahrung historischer Bausubstanz oder die Diskussion um die Schutzwu?rdigkeit der „Beton-Moderne“ – sein Themenspektrum ist weit. Die äußerst sachkundigen und hintergru?ndigen Antworten, die der studierte Architekt und Kunsthistoriker seinen Leserinnen und Lesern gibt, sind pointiert und provokant und lösen so bundesweit Debatten aus.

Mitnichten werde genug getan in Deutschland, diesem Land der „Schlossfassadenrekonstukteure und Plattenbauschu?tzer“. Es fehle an Mut und Verstand in Sachen Denkmalpflege. Zu oft besiegt die Ökonomie die Utopie, so Bernau. Er beklagt unsinnige Abrissvorgänge und den rabiaten politischen Beschuss, dem die Landesämter mitunter ausgesetzt sind. Und schafft so seit Jahren kontinuierlich Aufmerksamkeit fu?r die Anliegen und Rahmenbedingungen der Denkmalpflege in Deutschland.

Als Autor der „Berliner Zeitung“, aber auch in der „ZEIT“ oder dem rbb Kulturradio betont er die politischen Dimensionen des Denkmalschutzes. Der Umgang mit dem gebauten Erbe du?rfe nicht nur als Sache der Kultur verstanden werden, ist er doch von maßgeblicher Bedeutung fu?r Fragen der Infrastruktur, des Umweltschutzes und nicht zuletzt der Wirtschaftsförderung. Auch als Mitglied des Berliner Landesdenkmalrates setzt er sich ein fu?r die Schaffung eines einheitlichen Bundesdenkmalschutzgesetzes.

„Ohne Schutz kein Denkmal“ – beharrlich und eindringlich vermittelt der Journalist seine Anliegen und scheut selbst das Ausrufezeichen in der Artikelu?berschrift nicht, um auf Missstände aufmerksam zu machen: „Rettet das Pergamonmuseum!“ (vor verheerenden Umbauplänen im Sinne des Massentourismus). Bewahren bedeutet nicht nur konservieren, sondern auch gestalten. Pflege des Denkmals ist zugleich Arbeit an unserer kulturellen Identität. Denn, so Bernau: „Hässliche Häuser können morden!“

Fu?r seine langjährige konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit Themen der Denkmalpflege erhält Nikolaus Bernau die Silberne Halbkugel des Deutschen Nationalkomitees fu?r Denkmalschutz.

Lebenslauf

Nikolaus Bernau wurde 1964 in Bonn geboren, lebt seit 1969 in Berlin. Studierte an der Freien Universität und an der Technischen Universität Berlin Kunstwissenschaften, Klassische Archäologie und Ethnologie, dann an der TU Berlin und an der damaligen Hochschule der Ku?nste Berlin Architektur. Dort 1996 Diplom. Schließt derzeit seine Dissertation u?ber die Architektur- und Museumsgeschichte des Pergamonmuseums ab. War Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Graduiertenkolleg Bauforschung-Kunstwissenschaft- Denkmalpflege an der TU Berlin.

1995 Journalistenpreis des Deutschen Nationalkomitees fu?r Denkmalschutz. Seit 2003 Mitglied des Landesdenkmalrats Berlin. Freier Redakteur der Berliner Zeitung fu?r Architektur- und Ausstellungskritik, Stadtplanung, Design und Denkmalpflege. Freier Autor u.a. fu?r Fachzeitschriften, Die Zeit, Das Parlament, Deutschlandradio SWR, RBB. Diverse Publikationen zur Museums- und Architekturgeschichte. 2. Vorsitzender der Richard-Schöne- Gesellschaft fu?r Museumsgeschichte e.V.. Vielfache Publikationen zur Architektur- und Museumsgeschichte, Lehrtätigkeit an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, der Hochschule fu?r Wirtschaft und Technik Berlin und der Humboldt-Universität Berlin.
 

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