© Bundestransferstelle städtebaulicher Denkmalschutz

Kulturpalast in Rabenstein bei Chemnitz © Dr. Arnold Bartetzky

2012 Journalistenpreis

Dr. Arnold Bartetzky, freier Journalist und Kunsthistoriker

Als freier Journalist engagiert sich der Kunst- und Architekturkritiker Dr. Arnold Bartetzky seit 1999 vor allem in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fu?r die Bewahrung und Wertschätzung von Denkmalen und Gebäuden, die eine Stadt prägen. Mit u?berzeugenden, zudem sprachlich ausgezeichnet formulierten Argumenten macht er sich immer wieder zum Anwalt fu?r den Erhalt historisch wertvoller Bausubstanz in unseren Städten. Und er versteht sich als ernsthafter Mahner, wenn es darum geht, dem drohenden Verlust von Denkmalen Einhalt zu gebieten. Unbestechlich in seinem Urteil, beschreibt er sachkundig und präzise Hintergru?nde, aber auch widerstreitende Meinungen, die bei der Diskussion um den Fortbestand historischer Gebäude häufig eine wichtige Rolle spielen.

In seinem Aufsatz „Abriss Ost. Denkmalpflege und Denkmalvernichtung“ hat er sich z.B. kritisch mit der Dresdner Erklärung der deutschen Denkmalpflege auseinandergesetzt, der nach seiner Auffassung eine verharmlosende Ausgangslage zugrunde liege. In Zeiten der Stadtschrumpfung mu?sse sich die Denkmalpflege aber entscheiden, welchen Typ von Stadtraum sie vorrangig erhalten wolle und schlussfolgert: „Deshalb du?rfen Satellitenstädte im Westen oder Plattenbausiedlungen im Osten – mögen sie architekturgeschichtlich von Interesse und als Zeitzeugnisse noch so aussagekräftig sein – nicht denselben Schutz genießen wie historisch gewachsene Innenstädte. Die Stadtschrumpfung bietet uns die Chance fu?r die Richtungsentscheidung, in welcher Lebenswelt wir unsere Kinder und Enkel aufwachsen sehen wollen. Wenn sich die Denkmalpflege dieser Chance verweigert, wird sie mit Recht ihre Sympathien in der Bevölkerung verspielen.“

Mit seiner kontinuierlichen Berichterstattung u?ber das baukulturelle Erbe unseres Landes fördert Dr. Arnold Bartetzky in besonderem Maße Interesse und Verständnis fu?r die Denkmalpflege in Deutschland. Fu?r dieses Engagement wird er mit dem Journalistenpreis des Deutschen Preises fu?r Denkmalschutz 2012 ausgezeichnet.

Dr. Arnold Bartetzky, geb. 1965 in Zabrze (Polen), studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Freiburg, Tu?bingen und Krakau. Er ist seit 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit 2011 Fachkoordinator fu?r Kunstgeschichte am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig. Zugleich schreibt er als Architekturkritiker u.a. fu?r die Frankfurter Allgemeine Zeitung und wirkt in Fachgremien wie der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz beim Bundesministerium fu?r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und dem Kuratorium Stadtgestaltung der Stadt Chemnitz mit. Seine Publikationen umfassen ein breites Themenspektrum vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Im Rahmen seiner Forschungsprojekte am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig und in Lehrveranstaltungen (v.a. Universität Leipzig) beschäftigt er sich mit verschiedenen Themen auf den Gebieten der Architekturgeschichte, der Geschichte des Städtebaus und der Denkmalpflege sowie der politischen Ikonographie mit zeitlichen Schwerpunkten im 16. - 17. Jahrhundert sowie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ein Großteil seiner publizistischen Tätigkeit gilt Problemen des Erhalts gefährdeter Baudenkmäler und des denkmalverträglichen Bauens im Bestand.

Der geographische Schwerpunkt liegt in Ostdeutschland, gelegentlich berichtet er aber auch aus anderen Regionen im In- und Ausland, v.a. aus dem benachbarten Polen.

Auswahl ju?ngerer Publikationen (ohne Aufsätze und Kurzbeiträge)
• Nation – Staat – Stadt. Architektur, Denkmalpflege und visuelle Geschichtskultur im 19. - 21. Jahrhundert. Köln – Weimar – Wien 2012 (Autor)

• Urban Planning and the Pursuit of Happiness: European Variations on a Universal Theme (18th–21th centuries). Berlin 2009 (Herausgeber, zusammen mit Marc Schalenberg)

• Imaginationen des Urbanen. Konzeption, Reflexion und Fiktion von Stadt in Mittel- und Osteuropa. Berlin 2009 (Herausgeber, zusammen mit Marina Dmitrieva und Alfrun Kliems)
 

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