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Im Fokus: Studierendenworkshop

Dorfgasthöfe in Oberschwaben. Co-Working-Spaces auf dem Land

Studierendenworkshop 2021 - Foto: Marvin Eil

Veröffentlichung: 28.11.2021, letzte Bearbeitung: 28.11.2021

Lesezeit: 4 Minuten

Das Landesamt für Denk­mal­pflege Baden-Würt­tem­berg befasste sich in den vergan­genen Jahren in dem Projekt „Länd­liche Gast­höfe in Ober­schwaben“ mit der praxis­ori­en­tierten Vertie­fung des Denk­mal­wis­sens um diese Baugat­tung. Gast­höfe sind auf dem Land weit verbreitet, verlieren jedoch zuneh­mend ihre Nutzung. Aufgrund ihrer Bedeu­tung als Gebäude in der Orts­mitte und Iden­ti­täts­anker sollen sie als Denk­male erhalten bleiben. Es stellt sich daher die Frage: wie können histo­ri­sche Dorf­gast­höfe erfolg­reich nach­ge­nutzt werden? Dieser Frage ging der 15. Studie­ren­den­work­shop des DNK nach. Neun­zehn Studie­rende aus ganz Deutsch­land wurden ausge­wählt, im Gasthof Adler in Isny-Groß­holz­leute die histo­ri­schen Schichten des bis 1409 archi­va­lisch nach­voll­zieh­baren ehema­ligen Amts­hauses von Groß­holz­leute zu unter­su­chen. Die Grund­lagen bildeten Input­vor­träge von Refe­renten des Landes­amtes für Denk­mal­pflege Baden-Würt­tem­berg aus den Berei­chen Inven­ta­ri­sa­tion und Baufor­schung, prak­ti­sche Baudenk­mal­pflege, Restau­rie­rung und Finan­zie­rung sowie eine eintä­gige Exkur­sion zu verschie­denen leer­ste­henden aber auch genutzten Dorf­gast­höfen in der Region.

Das pädago­gi­sche Programm erstellten Prof. Franz und Prof. Maybaum von der Fakultät Bauen und Erhalten an der Hoch­schule für ange­wandte Wissen­schaft und Kunst in Hildes­heim. Sie befassen sich seit Jahren mit den Themen Nach­nut­zung histo­ri­scher Gebäude und Co-Working im länd­li­chen Raum. Als Mitglied der Arbeits­gruppe „Fach­liche Fragen im Denk­mal­schutz“ stellte Frau Franz ihre Exper­tise für den Studie­ren­den­work­shop zur Verfü­gung, mit dem Ziel, das Konzept Co-Working als histo­risch evidentes Konzept – denn Gast­höfe waren Arbeits­platz, Kontakt­börse und Nach­rich­ten­büro – in die Gegen­wart zu trans­fe­rieren. Die fort­schrei­tende Digi­ta­li­sie­rung in der Arbeits­welt und die Wieder­ent­de­ckung des Land­le­bens nehmen seit der Corona-Pandemie an Fahrt auf. Diese Entwick­lung kann genutzt werden, um länd­liche Regionen, die bisher stark unter dem wirt­schaft­li­chen Struk­tur­wandel litten, wieder stärker zu bevöl­kern und das Arbeiten vor Ort zu ermög­li­chen. So kann dort eine hohe Lebens­qua­lität garan­tiert werden. Aber was ist nötig, um diese Ziele umzu­setzen? Zunächst eine gute und stabile Inter­net­ver­bin­dung, wie die Studie­renden vor Ort selbst erfuhren und die Verbes­se­rung des öffent­li­chen Nahverkehrs.

In Gruppen entwi­ckelten die Studie­renden Konzepte für den Gasthof als Co-Working Space mit Werk­statt, Atelier, Veran­stal­tungs­raum oder Compu­ter­ar­beits­platz. Die Ergeb­nisse präsen­tierten sie in einer Ausstel­lung zum Tag des offenen Denk­mals einer breiten Öffentlichkeit.

Beson­dere Freude berei­tete den Studie­renden ihre Vorstel­lungs­runde in Form eines Pecha Kucha Vortrags sowie die Erfor­schung der Umge­bung mit den Instru­menten der Promena­do­logie. Last but not least war auch die gastro­no­mi­sche Versor­gung durch das Eigen­tü­mer­ehe­paar Baumeister und den Koch Herrn Wöhrle förder­lich für die erfolg­reiche Durch­füh­rung des Work­shops und die tollen Ergeb­nisse. Die Studie­renden Alina Volz und Marvin Eil über­nahmen den Insta­gram-Account des DNK und berich­teten über den Work­shop. Da die Storys großen Anklang fanden, gibt es nun den Film zum Work­shop.

Die Arbeits­gruppe „Fach­liche Fragen der Denk­mal­pflege im Deut­schen Natio­nal­ko­mitee des DNK“ veran­staltet jähr­lich einen einwö­chigen Studie­ren­den­work­shop mit einer öffent­li­chen Präsen­ta­tion der Ergeb­nisse zum Tag des offenen Denk­mals. Für die Work­shops werden denk­mal­fach­lich inter­es­sante Objekte aus den Bundes­län­dern ausge­wählt, zu denen es aktu­elle Frage­stel­lungen und Forschungen gibt. Ziel ist es, dass die Studie­renden mit ihren Unter­su­chungen zur Forschung beitragen und Wege für den Umgang mit dem Denkmal aufzeigen. Dies soll gewähr­leiten, dass die Ergeb­nisse der Studie­renden weiter genutzt werden und über die Übungen an Hoch­schulen hinaus­gehen. Durch die Zusam­men­ar­beit mit dem örtli­chen Landesamt für Denk­mal­pflege, den Unteren Denk­mal­schutz­be­hörden und Archi­tektur- und Planungs­büros sowie einer Hoch­schule werden die Studie­renden an die Praxis heran­ge­führt und können sich vernetzen.

Der Work­shop wird jähr­lich von Februar bis Mai ausge­schrieben. Bewerben können sich Studie­rende verschie­dener Fach­rich­tungen. Die Inter­dis­zi­pli­na­rität und bundes­weite Herkunft der Studie­renden sind zu berück­sich­ti­gende Elemente bei der Auswahl der Teilnehmer*innen. Vorer­fah­rungen in der Denk­mal­pflege sind gewünscht, aber nicht zwin­gend erforderlich.

Der Studie­ren­den­work­shop 2022 findet vom 04.–11. September 2022 in Cottbus statt.

Wochen­pro­gramm 2021

Infos zu den Gasthöfen

Infos zu den Referenten

 

Corinna Tell (Geschäfts­stelle des DNK)

Tage der Ruhe und Besinnlichkeit liegen vor uns.

Nutzen wir die Zeit, um innezuhalten und durchzuatmen, das alte Jahr zu beleuchten und zu verabschieden und uns auf das neue Jahr zu freuen.

Wir wünschen Ihnen beschauliche Momente mit Ihrer Familie und Freunden.

Ihre Geschäftsstelle im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz

Danke