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„Zukunftsaufgabe Denkmalpflege: Aktives Ehrenamt und lebendiges Bürgerengagement“ — Bericht zur Frühjahrstagung der DNK-AG Fachliche Fragen der Denkmalpflege
Veröffentlichung: 23.04.2026, letzte Bearbeitung: 23.04.2026
Lesezeit: 4 Minuten
Bürgerschaftliches Engagement ist nicht selbstverständlich, aber gerade in der Denkmalpflege nicht wegzudenken. Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für den Erhalt von denkmalgeschützten Bauwerken, bringen Zeit, Geld und Expertise ein, stärken den Zusammenhalt und schließen sich in Netzwerken, gemeinnützigen Vereinen, Genossenschaften oder Stiftungen zusammen. Für die Gesellschaft gingen ohne dieses lebendige und aktive Engagement viele denkmalgeschützte Bauwerke für immer verloren und damit auch wichtige Impulse für die Orts- und Regionalentwicklung.
In der diesjährigen Edition der Veranstaltungsreihe „Zukunftsaufgabe Denkmalpflege” tauschte sich die DNK-Arbeitsgruppe „Fachliche Fragen der Denkmalpflege“ am 23. und 24.3. in Deidesheim mit Expertinnen, Experten und Engagierten zur Frage aus, wie Ehrenamt und Bürgerengagement in der Baudenkmalpflege auch in Zukunft stark und attraktiv bleiben können.
In zwei Podiumsrunden und anschließender Diskussion in der ehemaligen Deidesheimer Synagoge wurde vielfältigen Blickwinkeln nachgespürt: Warum machen sich Menschen auf den Weg? Was sind für das Engagement Probleme in der Startphase? Was kann amtliche und was kann ehrenamtliche Denkmalpflege? Wie können Ziele leichter erreicht werden? Wo können Denkmalbehörden unterstützen und was können engagierte Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen? Zu Wort kamen Vertreterinnen und Vertreter aus dem aktiven Ehrenamt und der engagierten Bürgerschaft, Netzwerken, der örtlichen und regionalen Kommunalpolitik, der Internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte, hier Cittaslow e.V. in Deutschland, sowie aus der Arbeitsgruppe Fachliche Fragen der Denkmalpflege des DNK. Vorbereitet wurde die Fachtagung vom AG-Mitglied Prof. Dr.-Ing. Birgit Franz. Die AG-Vorsitzende Prof. Dr. Ulrike Plate moderierte die Veranstaltung.
Mitgenommen haben wir:
- Bürgerschaftliches Engagement tritt in der Denkmalpflege sowohl in Form eines klassischen Ehrenamtes bis hin zu temporären, projektbezogenen Aktivitäten auf.
- Es geht den Engagierten vielmals um spezielle Baulichkeiten, unabhängig davon, ob es sich dabei um Baudenkmale handelt.
- Für erfolgreiches Engagement braucht es „Prozesslotsen“ sowie Vermittlerinnen und Vermittler zwischen amtlicher Denkmalpflege und Bürgerengagement.
- Um Jugendliche für den Denkmalschutz zu sensibilisieren und ihnen Einblicke in die Denkmalpflege zu geben, sind Beispielbaustellen und institutionell organisierte Projektformate hilfreich.
Ein Besuch des Teehauses Ruppertsberg inmitten der Weinberge bei herrlichstem Frühlingswetter rundete das Zusammentreffen der Arbeitsgruppe in Deidesheim ab. Dieses Kleinod inmitten des Rebenmeeres ist eines der größten und anspruchsvollsten Bauwerke dieser Art in der Pfalz, eine stattliche Landmarke. Nach dem großen Brandereignis im Jahre 2014 gründete sich drei Jahre später der Förderverein Teehaus Ruppertsberg e.V. zum Zwecke des Erhalts und Wiederaufbaus. Vier Jahre später konnte es wieder in Nutzung genommen werden: für standesamtliche Trauungen, Feierlichkeiten und Firmenseminare. Vor Ort berichtete uns die damalige Ortsbürgermeisterin Ursula Knoll über ihre zugehörigen Strategien zur Mobilisierung und Bindung ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements und auch über den Umgang mit Hürden und Verpflichtungen,
Mit dem DNK bleiben wir weiter am Thema von Gelingensbedingungen für das bürgerschaftliche Engagement und Ehrenamt dran, indem bisherige Erfahrungen ausgewertet werden sollen, neue gewonnen werden. Dzu wird die AG Fachliche Fragen in diesem Jahr auf der denkmal in Leipzig, der Europäische Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, sich zum Thema Bürgerengagement und Denkmalpflege mit einer Forumsveranstaltung beteiligen und zudem die nächste Frühjahrstagung in Esslingen für weiteren Erkenntnisgewinn nutzen.
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Fotos: Diana Wetzenstein und Franz-Josef Knoll.
