Förderung

Die Sicherung und Erhaltung von Kulturdenkmälern in der Bundesrepublik Deutschland war und ist noch immer einer der Schwerpunkte der Kulturpolitik des Bundes; hierfür gibt es verschiedene Bundesprogramme. Die Hauptlast tragen jedoch die Länder gemäß ihrer Kompetenz. Hinzu kommen noch erhebliche Mittel der Kommunen, der Kirchen, von Stiftungen und von privaten Denkmaleigentümern. Private Denkmaleigentümer erhalten im Übrigen durch steuerliche Erleichterungen einen gewissen Ausgleich für ihre Mehrbelastungen.

Cultural Contact Point

Seit 1998 informiert die Kontaktstelle Cultural Contact Point Germany über die aktuellen Förderprogramme der Europäischen Union auf dem Gebiet von Kultur und Denkmalschutz. Träger ist der Deutsche Kulturrat e.V. Die Seite bietet wichtige Hinweise zum spartenübergreifenden EU-Förderprojekt Kultur 2000“.

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Denkmalförderung auf Bundesebene

Neben den Ländern und Kommunen leistet auch die Bundesebene einen großen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes im Denkmalschutz. Hier sind besonders der Einsatz der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zu erwähnen. Der Bundesregierung geht es um den Erhalt des kulturellen Erbes, es geht ihr aber auch um Schaffung und Erhalt von zahlreichen Arbeitsplätzen gerade in der mittelständischen Wirtschaft und die Unterstützung des Tourismus. Besonders beim Denkmalschutz wird deutlich, dass es sich bei Kulturinvestitionen um Zukunftsinvestitionen handelt.

Denkmalförderung der Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien (BKM)

Denkmalpflegeprogramme

Aus dem Programm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ werden Baudenkmäler, archäologische Stätten sowie historische Parks und Gärten gefördert, die herausragende kulturelle, politische, geschichtliche, architektonische, städtebauliche oder wissenschaftliche Leistungen des Gesamtstaates deutlich machen oder für die kulturelle oder historische Entwicklung der deutschen Kulturlandschaften entscheidend sind.

Von 1950 bis 2009 wurden aus diesem Programm ca. 570 Denkmäler gefördert. Dazu zählen insbesondere Bürgerhäuser, Rathäuser, Burgen, Schlösser, Kirchen und Dome. Allein in der Zeit von 2006 bis 2009 wurden bundesweit Sanierungsmaßnahmen mit Bundesmitteln in Höhe von insgesamt rund 43 Mio. € gefördert.

Darüber hinaus hat der Deutsche Bundestag im Jahr 2007 40 Mio. € für ein Denkmalschutz-Sonderprogramm bereitgestellt. Das Amt der BKM fördert damit in ganz Deutschland dringende Substanzsicherungs- und Restaurierungsarbeiten an wertvollen kleineren Denkmälern in Städten und Gemeinden, die einen wesentlichen Teil des kulturellen Erbes in unserem Land bilden oder mit prägen. Aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm werden insgesamt 284 Denkmäler gefördert. Diese Bundesmittel, die in gleicher Höhe durch die Länder, Kommunen und Eigentümer ergänzt werden, sind nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Denkmalschutz, sondern kommen vor allem auch kleinen und mittelständischen Bau und Handwerksbetrieben zu gute und leisten damit einen wichtigen Beitrag in wirtschaftlich schwieriger Zeit.

Auch vom Konjunkturpaket II profitieren bedeutende denkmalgeschützte Bauwerke in Deutschland. Bundesweit werden insgesamt 29 Denkmalschutzprojekte mit einem Fördervolumen von rund 18 Mio. € unterstützt.

Investionen in die kulturelle Substanz

In großem Stil engagiert sich der Bund seit der Wiedervereinigung beim Denkmalschutz in den neuen Ländern. Deren kultureller Reichtum ist einzigartig. Er besticht durch seine ungewöhnliche Dichte und Vielfalt und nicht zuletzt durch seine weltweite Ausstrahlung. Bis heute gilt es allerdings den Rückstand von Jahrzehnten gegenüber vergleichbaren Institutionen in Westdeutschland aufzuholen. Große Summen fließen deshalb in den Denkmalschutz, in die Sanierung großer, überregional bedeutsamer Kultureinrichtungen, den sogenannten kulturellen „Leuchttürmen“.

Zu den kulturellen Leuchttürmen, die von der Beauftragten für Kultur und Medien gefördert werden, zählen u. a.:
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam; Stiftung Weimarer Klassik, Weimar; Stiftung Bauhaus Dessau, Dessau; Stiftung Bach-Archiv, Leipzig; Archiv der Stiftung Akademie der Künste, Berlin-Brandenburg; Stiftung Luthergedenkstätten, Wittenberg-Eisleben; Deutsches Meeresmuseum, Stralsund; Kulturstiftung Dessau-Wörlitz; Franckesche Stiftungen, Halle; Stiftung Fürst Pückler-Park, Bad Muskau; Stiftung Fürst Pückler-Museum, Park und Schloss Branitz, Cottbus sowie die Wartburg-Stiftung, Eisenach. Von den rund 28 Mio. Euro, mit denen der BKM 2008 diese Einrichtungen unterstützt hat, ist ein nicht unwesentlicher Betrag in die Substanzerhaltung geflossen.

Hinzu kamen Ende 2007 Sondermittel in Höhe von insgesamt 400 Mio. Euro auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Für Zwecke des Denkmalschutzes standen davon folgende Summen zur Verfügung:
Rund 40 Mio. Euro flossen in das bereits erwähnte Denkmalschutzsonderprogramm.
Im August 2009 hat der Bund gemeinsam mit Berlin und Brandenburg ein Sonderfinanzierungsprogramm für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten abgeschlossen, das der Stiftung in den nächsten zehn Jahren 155 Mio. Euro einbringen wird. Der Bund zahlt davon 77,5 Mio. Euro, um dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen, den Rest erbringen Berlin und Brandenburg.
200 Mio. Euro wird der Bund in die denkmalgerechte Sanierung der Staatsoper Unter den Linden stecken.
Rund 45 Mio. Euro wurden für die Umsetzung eines Masterplans für die Klassik Stiftung Weimar zur Verfügung gestellt, davon allein 20 Mio. Euro für die denkmalgerechte Herrichtung des Stadtschlosses in Weimar einschließlich der Ersteinrichtung.

In der Hauptstadt Berlin hat der Bund ab 2002 auch die Gesamtfinanzierung der Sanierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz übernommen. Mit fast 100 Mio. Euro jährlich fördert der Bund Baumaßnahmen der Stiftung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der seit 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommenen Museumsinsel mit ihren dort befindlichen fünf großen Museen. Der derzeit absehbare Gesamtfinanzierungsbedarf für die Bauvorhaben auf der Museumsinsel beträgt rund 1,3 Mrd. Euro.

(Quelle: BKM)

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für Kultur und Medien

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Städtebaulicher Denkmalschutz des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)

Programme der Städtebauförderung

Die Städtebauförderung ist eines der wichtigsten Instrumente zur Förderung von nachhaltiger und zukunftsfähiger Stadtentwicklung. Das örtliche Baugewerbe und das Handwerk profitieren nachhaltig von den Investitionen, die mit Hilfe des Bundes in den rund 3.400 Gebieten der Städtebauförderung getätigt werden. Zudem trägt sie dazu bei, die Ziele einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch ausgewogenen Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungspolitik zu konkretisieren. Dazu gehört auch der bewusste Umgang bei der Erhaltung unseres baukulturell wertvollen historischen Erbes.

Dafür steht insbesondere das

Programm Städtebaulicher Denkmalschutz für den Erhalt historischer Stadtkerne und Stadtquartiere
Ost (85 Mio. Euro Bundesmittel in 2009) und
West (30 Mio. Euro Bundesmittel in 2009) zur Verfügung.

Maßnahmen zum Erhalt des historischen Erbes sind aber auch innerhalb der folgenden Programme förderfähig:

Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen
Ost und West (je 45 Mio. Euro Bundesmittel in 2009)

Aktive Stadt- und Ortsteilzentren für die Innenentwicklung
(43 Mio. Euro Bundesmittel in 2009)

Stadtumbau für die Anpassung an den demographischen und strukturellen Wandel
Ost (121 Mio. Euro Bundesmittel in 2009) und
West (96 Mio. Euro Bundesmittel in 2009)

Soziale Stadt für integrativ-offene Ansätze in baulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligten Quartieren - auch im sozial-integrativen Bereich, insbesondere zur gesellschaftlichen Integration
(105 Mio. Euro Bundesmittel in 2009)

(Quelle: BMVBS)

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Referat Öffentlichkeitsarbeit

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Telefax 0049 (0) 3018 300 1942

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