DNK-Studierendenworkshop 2026 in Berlin
Vom 6. bis 13. September 2026 findet der 20. DNK-Studierendenworkshop zum Thema Viel beansprucht – Historische Parkanlagen im Klimawandel im Landschaftspark Klein-Glienicke in Berlin statt.
Historische Gärten und Parkanlagen stehen durch die Auswirkungen des Klimawandels unter Druck. Hitzewellen, langanhaltende Dürreperioden wie auch Starkregen und Überschwemmungen stellen die Gartendenkmalpflege vor große Herausforderungen. Gleichzeitig sind Gärten und Parks aber auch Hotspots biologischer Vielfalt, leisten einen wertvollen Beitrag zur Bindung von CO2 und bieten Erholungsraum und Kühlung für Besuchende.
An die Räume von historischen Gärten und Parkanlagen werden viele Ansprüche gerichtet und das unter schwierigen Rahmenbedingungen. Wie lassen sich die unterschiedlichen rechtlichen und fachlichen Anforderungen koordinieren und so abstimmen, dass Gartendenkmale nachhaltig in die Zukunft geführt werden können? Welche Ansätze, Methoden und neuen Ideen braucht es, ein lebendiges Kunstwerk auch für nachfolgende Generationen erlebbar zu halten?
Diesen Fragen widmet sich der diesjährige DNK-Studierendenworkshop. Am Beispiel des Landschaftsparks Klein-Glienicke, Teil des Welterbes Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin und zugleich Europäisches Vogelschutzgebiet, werden Problemlagen zeitgenössischer Gartendenkmalpflege ganz konkret und die Notwendigkeit kreativer, integrierter Lösungsansätze offenkundig, auch was die Nachnutzung leerstehender Gartengebäude betrifft.
Der Landschaftspark Klein-Glienicke steht als Gartendenkmal und Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Gleichzeitig ist das Gebiet Teil eines Europäischen Vogelschutzgebietes (Special Protected Area/SPA-Gebiet). Dies bildet den rechtlichen Rahmen für die Umsetzung von gartendenkmalpflegerischen und naturschutzfachlichen Maßnahmen. Darüber hinaus leidet der Park zunehmend unter Trockenstress, was sich etwa in vermehrtem Astbruch und im Absterben von Bäumen zeigt. Unter diesen Bedingungen ist ein Umdenken der Denkmalpflege auch hinsichtlich des Kriteriums der Klimaresilienz notwendig. Zielkonflikte zwischen öffentlichen Belangen wie etwa der Verkehrssicherheit, des Arten- bzw. Naturschutzes und des Denkmalschutzes treten in dieser Gemengelage regelmäßig zu Tage. Hier braucht es integrative Aushandlungsprozesse, die mit den ererbten Werten der Natur und Kultur sensibel umgehen, wie auch den Mut und die Bereitschaft der Beteiligten für das Erproben innovativer Lösungen.
Zielgruppe:
Die Ausschreibung richtet sich an Studierende der Fachrichtungen Denkmalpflege, Heritage Studies, Architektur, Bauingenieurwesen, Kunst, Kunstgeschichte, Stadt- und Regionalplanung, Landschaftsplanung und ‑architektur, Umweltwissenschaften, Tourismus, Kulturmanagement, Soziologie, Kommunikationswissenschaften, u.a.m. Besonders wichtig ist die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppe. Also: Wer Lust hat, mit Studierenden aus verschiedenen Disziplinen zusammenzuarbeiten, dabei kreative Lösungen zu entwickeln und neue Blickwinkel zu entdecken, der ist genau richtig beim DNK-Studierendenworkshop!
Zum Workshop:
Ziele des Workshops sind u.a.
- Wissenserwerb über Grundsätze und Methoden der Gartendenkmalpflege, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie über die Verpflichtungen eines UNESCO-Welterbes
- Kennenlernen verschiedener Berufsbilder und Institutionen als potentielle Arbeitsplätze
- Einsicht in Divergenzen öffentlicher Belange (hier: Erhalt von geschützten Habitaten und Arten sowie Wiederherstellung eines denkmalgerechten Erscheinungsbilds) und das Ausloten von Handlungsmöglichkeiten und Kompromissen
- Sensibilisierung für die Auswirkungen des Klimawandels auf historische Gartenanlagen und die damit verbundenen Auswirkungen auf deren Nutzung
- Erproben von Instrumenten der Denkmalvermittlung
Gearbeitet wird in drei interdisziplinären Teams mit fünf bis sieben Personen.
Gemeinsam sollen Instrumente, Strukturen und Prozesse betrachtet sowie maßgeschneiderte, kreative Lösungen für ein integriertes Konzept für das Gartendenkmal unter Berücksichtigung des Europäischen Vogelschutzgebiets im Landschaftspark Klein-Glienicke entwickelt und präsentiert werden.
Präsentiert werden die Ergebnisse der Teamarbeit am Vorabend des Tags des offenen Denkmals® und an ihm selbst. Medien können Fotos, Zeichnungen, Pläne, Texte, Installationen im (Außen)raum, Ausstellungsobjekte, Führungen etc. sein.
Als Grundlage dienen Vorträge, Führungen, dynamischer Austausch untereinander, Gespräche mit örtlichen Expertinnen und Wissensträgern im Plenum.
Organisation und Ablauf:
Der Workshop beginnt am Sonntag, den 6. September 2026 nachmittags (Anreise bis 15.00 Uhr) und endet am Sonntag, den 13. September 2026 am frühen Nachmittag. Die Teilnehmenden sind im Seminarhaus HochDrei in Potsdam untergebracht. Anreisen am Vortag sind im Einzelfall möglich.
Die Mitarbeit an allen Tagen des Workshops sowie die anschließende Mitarbeit an der Publikation sind obligatorische Bestandteile der erfolgreichen Teilnahme. Hierfür erhält jeder Teilnehmende eine Urkunde. Für die erfolgreiche Teilnahme werden von den betreuenden Hochschullehrenden drei Credit-Points bescheinigt, deren Anerkennung Sie vorab mit Ihrer entsendenden Hochschule klären sollten. Die Arbeitsergebnisse werden am 12./13.9.2026 öffentlich präsentiert und anschließend publiziert.
Bei Zulassung zum Workshop ist eine Kurzpräsentation im modifizierten PechaKucha-Format (Redezeit ca. 3 Minuten) einzureichen, mit der sich die Teilnehmenden zu Beginn kurz vorstellen. Informationen zur Präsentation sowie das Foliendesign werden mit der Teilnahmebestätigung übermittelt. Abgabetermin für die Power-Point-Präsentation ist der 28. August 2026.
Aufgrund des strukturierten Wochenprogramms ist es wichtig, von Beginn des Workshops an anwesend zu sein. Bitte planen Sie daher für Ihre Anreise einen ausreichenden Zeitpuffer ein!
Nötige technische Infrastruktur wird bereitgestellt. Mitzubringen sind: eine (Handy-)Kamera und ein Notebook, auf dem die Standardprogramme wie Word, Excel, PowerPoint installiert sind, gerne – aber nicht zwingend – InDesign und ein Bildbearbeitungsprogramm.
Bewerbung und Kosten:
Gestellt werden Unterkunft, Verpflegung, Arbeitsräume sowie Verbrauchsmaterialien. Die An- und Abreise sind selbst zu organisieren und zu finanzieren. Die DNK-Geschäftsstelle ist bei Bedarf bei der Bildung von Fahrgemeinschaften behilflich.
Neben den Reisekosten ist eine Kostenbeteiligung von 100 € zu entrichten, die aber in gegebenen Fällen nach Rücksprache mit der DNK-Geschäftsstelle erlassen werden kann. Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Bewerbungen mit Motivationsschreiben, Lebenslauf und (optional) einer Arbeitsprobe senden Sie bitte bis zum 30. April 2026 an:
Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
dnk@bkm.bund.de
Eine Bestätigung der Teilnahme erfolgt Ende Mai 2026.
Veranstaltet und durchgeführt wird der Studierendenworkshop von der AG Fachliche Fragen der Denkmalpflege im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz.
In Kooperation mit:
- Landesdenkmalamt Berlin (Gartendenkmalpflege)
- TU Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Fachgebiet Städtebauliche Denkmalpflege und Urbanes Kulturerbe
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berlin
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